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Interview - 27.12.2015 10:00

Ribéry: 'Da ist etwas gewachsen'

Fünf Mal Bundesliga, drei Mal Champions League, einmal DFB-Pokal - das ist Franck Ribérys Einsatzstatistik 2015. Und man ahnt: Es war nicht das Jahr des französischen Flügelflitzers. Von März bis Dezember musste er wegen einer hartnäckigen Sprunggelenksverletzung pausieren. Nur vier Tage nach dem langersehnten Comeback in Mönchengladbach verletzte er sich beim Champions-League-Spiel in Zagreb erneut und erlebte den Jahresendspurt wieder von der Tribüne.

Im Gespräch mit fcbayern.de blickte der 32-Jährige aus dem nordfranzösischen Boulogne-sur-Mer zurück: auf seine Leidenszeit, Gänsehaut beim Comeback und die Hilfe seiner Kinder.

Das Interview mit Franck Ribéry:

fcbayern.de: Franck, du bist Vater von vier Kindern. Bist du ein strenger Papa?
Ribéry: „Ich würde sagen, ich bin sehr ruhig gegenüber meinen Kindern. Immer wenn ich ein bisschen Zeit habe, gehöre ich meinen Kindern und meiner Frau. Ich bin auch nicht viel unterwegs, sondern lieber mit meiner Familie zuhause, und das war ich ja viel im letzten Jahr. Das war eine komplett andere Erfahrung für uns alle. Denn als ich fit war, war ich ja alle drei Tage fort.“

fcbayern.de: Deine Kinder wachsen in Deutschland auf. Wie deutsch sind sie?
Ribéry: „Ich bin fast neun Jahre hier, meine große Tochter ist sieben. Sie hat schon eine deutsche Mentalität. Zusammen mit ihrer Schwester (Die beiden Söhne Ribérys sind jünger; Anm. d. Red.) spricht sie auch richtig gut Deutsch. Sie treffen die richtigen Wörter - im Gegensatz zu mir.“

fcbayern.de: Wie verbringt ihr den Winterurlaub?
Ribéry: „Eigentlich wollten wir in den Urlaub fliegen. Aber da ich mich noch einmal verletzt habe, habe ich fast jeden Tag Behandlung. Die habe ich jetzt so organisiert, dass wir bei meiner Familie in Boulogne bleiben.“

fcbayern.de: Wie feierst du dann Silvester?
Ribéry: „Ich werden mit meiner ganzen Familie in Boulogne feiern. 15 Personen ungefähr. Wie jedes Jahr. Ich freue mich darauf. Wir haben immer eine sehr gute Stimmung.“

fcbayern.de: Du warst den Großteil des Jahres 2015 verletzt. Haben deine Kinder mal gefragt: Was ist los, Papa?
Ribéry: „Meine große Tochter hat schon gefragt, ob alles o.k. ist. Natürlich versuche ich, zuhause positiv zu sein, gute Laune zu haben. Aber meine Familie hat schon merkt, dass ich etwas vermisse. Fußball ist mein Beruf. Ich gehöre auf den Platz. Ich muss spielen. Deswegen war ich in diesem Jahr manchmal traurig. Aber die Kinder haben mir auch geholfen, die Verletzung mal zu vergessen.“

fcbayern.de: Wie waren diese neun Monate ohne Fußball?
Ribéry: „Es war eine sehr schwere Zeit. Ich habe viel überlegt, was los ist, habe viel getan, viel probiert. Ich habe gekämpft, den Kopf oben gehalten.“

fcbayern.de: Hattest du Angst, dass deine Karriere vorbei sein könnte?
Ribéry: „Nein. Nie. Aber die Situation war schon brutal. Wenn ich im Stadion war, habe ich mich natürlich gefreut, wenn die Mannschaft gut gespielt und gewonnen hat - das geht aber nur drei, vier Spiele lang so. Wenn man neun Monate lang von der Tribüne aus zusehen muss, tut das weh. Das war kein Spaß.“

fcbayern.de: Doch dann kam das Spiel in Gladbach. Pep Guardiola schickt dich zum Aufwärmen und die Bayern-Fans rufen „Ribéry! Ribéry!“. Wie war das für dich?
Ribéry: „Sehr emotional. Wenn die Fans meinen Namen rufen, bekomme ich immer Gänsehaut. Es ist schön, zu hören, dass die Fans auf mich gewartet haben. Ich bin jetzt fast neun Jahre bei Bayern und habe eine besondere Beziehung zu den Fans. Wir haben zusammen gekämpft, zusammen gelacht, zusammen gewonnen. Schön war auch, dass während der ganzen Verletzungszeit der Verein immer bei mir war. Zwischen Bayern und Ribéry - da ist etwas gewachsen.“

fcbayern.de: Und dann hast du auch noch ein Tor gemacht. War das wichtig für dich, um zu wissen: Ich kann es noch?
Ribéry: „Ich wusste schon, dass ich es noch kann! Wenn du verletzt bist, kannst du nichts machen, nur warten. Wenn du dann auf den Platz zurückkehrst, ist es einfach. Du spürst sofort, dass du es noch drauf hast. Dieses Können verlierst du nicht, nur Kondition und Muskulatur.“

fcbayern.de: Leider hast du dich dann in Zagreb wieder verletzt.
Ribéry: „Ja, leider. Mein Kopf war bereit, der Muskel war noch schwach. Aber wichtig ist, dass mein Sprunggelenk keine Probleme mehr macht. Jetzt ist es nur eine Muskelverletzung. Wenn ich wieder fit bin, brauche ich nur Rhythmus und Spiele.“

fcbayern.de: Das neue Jahr steht vor der Tür. Welche Wünsche hast du für 2016?
Ribéry: „Dass ich so schnell wie möglich wieder fit bin. Ich bin richtig motiviert. Die zwei, drei Wochen, in denen ich Ende der Hinrunde wieder bei der Mannschaft war, waren schön. Da gehöre ich hin. Überhaupt hoffe ich, dass alle Verletzte bald wieder fit sind. Wir wollen zusammen um viele Titel kämpfen.“

Das Interview führte: Nikolaus Heindl.

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