Mitglied werden in der FC Bayern Online-Welt
Erstellen Sie Ihr persönliches Profil und nutzen Sie viele Vorteile!
Profil anlegen >
Mitglied werden im FC Bayern eV
Alles zur Mitgliedschaft im Verein.
Mehr Infos >
Mitglieder-Online-Verwaltung
Verwaltung Ihrer Mitgliederstammdaten. Hier gelangen Sie zu Ihrer zur Online-Mitglieder-Verwaltung.
Mehr Infos >
Mitglied werden im FCB KidsClub
FCB KidsClub Mitglied werden - Berni freut sich auf Euch!
Mehr Infos >
shadow
spieler_links_action_alonso_14.png
Sammer im Interview, Teil I - 27.12.2014 10:00

'Das macht Champions aus'

Winterpause! Nach einem sportlich überaus erfolgreichen, aber auch intensiven und kräftezehrenden Jahr haben sich Spieler, Trainer und Verantwortliche des FC Bayern sich in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub verabschiedet. Für Sportvorstand Matthias Sammer ist der bevorstehende Jahreswechsel ein guter Zeitpunkt, um zurückzublicken und ein Resümee zu ziehen. Im ersten Teil des Interviews mit fcbayern.de spricht Sammer darüber, wie der FCB trotz schwieriger Voraussetzungen ungeschlagen durch die Bundesliga-Vorrunde marschiert ist, über Trainer Pep Guardiola und über die vielen Verletzten des deutschen Rekordmeisters.

Das Interview mit Matthias Sammer, Teil I

fcbayern.de: Herr Sammer, der FC Bayern hat eine Hinrunde gespielt, die besser kaum sein könnte. Damit war im Sommer nach der Weltmeisterschaft nicht zu rechnen. Wie erklären Sie sich das zurückliegende halbe Jahr?
Sammer: „Die Voraussetzungen waren wirklich schwierig: die Weltmeisterschaft, relativ wenig Regenerationszeit für die WM-Spieler, Verletzungen... Trotzdem würde ich die Leistung der Mannschaft in der Hinrunde als hervorragend bezeichnen. Der Schlüssel dazu war, dass es gelungen ist, die Leistung gut zu organisieren.“

fcbayern.de: Was meinen Sie damit?
Sammer: „Sehr wichtig war, dass wir einen Trainer haben, der diese Situation 2010 in Barcelona mit den spanischen Weltmeistern schon einmal erlebt hat. Seine Trainingssteuerung, seine Idee, wie wir Fußball spielen wollen, haben die Mannschaft befruchtet. Wichtig war aber auch, dass der Kader nicht zu klein war. Ich kann mich an viele Gespräche mit Pep im Sommer erinnern. Natürlich birgt ein großer Kader die Gefahr der Unzufriedenheit bei einigen Spielern. Aber die Alternativlosigkeit - wenn dir bei wichtigen Spielen Spieler nicht zur Verfügung stehen - ist schlimmer. Diese Gespräche haben dazu geführt, dass es genug Quantität gab, um so eine Hinrunde spielen zu können.“

fcbayern.de: Mussten nicht auch die Spieler, gerade die deutschen Weltmeister, einen gewissen Willen mitbringen, sich wieder quälen zu wollen?
Sammer: „Die Mentalität der Spieler, der Hunger auf Erfolg sind Grundvoraussetzungen. Da sind unsere Spieler wirklich fantastisch. Seit zweieinhalb Jahren führt die Verbindung dieser Charaktere mit der sportlichen Qualität zu einem außergewöhnlichen Momentum der Mannschaft. Und so lange diese Mannschaft leistungsfähig bleibt, wird der Hunger nicht kleiner werden. Denn die gewonnenen Titel haben dazu geführt, dass eine gewisse Sucht nach Erfolg entstanden ist. Die Spieler haben gemerkt: Es ist einfach das Schönste, Erfolg zu haben.“

fcbayern.de: Der große Erfolg könnte aber auch dazu führen, dass man satt wird...
Sammer: „Großen Spielern passiert das nicht. Champions, egal in welcher Sportart, geben sich nie mit ein, zwei Titeln zufrieden. Sie haben einen ständigen Hunger nach Erfolg. Das macht Champions aus.“

fcbayern.de: Wie sehen Sie die Entwicklung der Mannschaft im Vergleich zur letzten Saison?
Sammer: „Es ist schön zu sehen, dass die Mannschaft in der Zusammenarbeit mit dem Trainer weiter zusammengewachsen ist. Die Spieler wissen, dass man sich immer weiterentwickeln kann - auch aufgrund der Erfahrung des Jahres 2012. Damals waren sie die Loser - jetzt sind sie Champions! Dadurch ist die Mannschaft immer offen für Veränderung und hat die Bereitschaft, ständig an den Details zu arbeiten, so dass der Gegner immer das Gefühl hat, dass wir gedanklich einen Schritt voraus sind.“

fcbayern.de: Da machen Sie der Liga aber wenig Hoffnung für die Rückrunde...
Sammer: „Wir sollten bescheiden bleiben, mit Respekt und Sensibilität in die Rückrunde gehen. Die entscheidenden Spiele kommen erst noch, speziell in der Champions League. Deswegen müssen wir wachsam bleiben. Wir sollten auch nicht vergessen, dass wir für das, was wir in den letzten Monaten erleben durften, sehr, sehr hart gearbeitet haben.“

fcbayern.de: Fürchten Sie, dass sich der große Vorsprung in der Bundesliga als Nachteil in der Champions League erweisen könnte?
Sammer: „Ganz klar: Wir wollen Deutscher Meister werden, so schnell wie möglich! Aber es geht darum, klug, professionell und seriös damit umzugehen. Letztes Jahr haben wir hier ein paar Prozente liegen lassen. Wir haben unseren Rhythmus verloren. Und wenn du ihn erst einmal verloren hast, ist er nicht von heute auf morgen zurückzuholen. Aus dieser Erfahrung müssen wir lernen.“

fcbayern.de: Sie erleben Pep Guardiola seit eineinhalb Jahren aus nächster Nähe. Wie ist es, neben ihm auf der Trainerbank zu sitzen?
Sammer: „Auf der Bank erwischt man ihn ja nicht so oft, weil er sich da nur selten aufhält. Man muss eher darauf achten, dass er die Coachingzone nicht verlässt. (lacht) Aber im Ernst: Es ist ein Vergnügen, mit ihm zu arbeiten. Er passt als Mensch wunderbar zum FC Bayern. Ich persönlich kann sagen, dass wir ein absolutes Vertrauensverhältnis haben. Das ist ein sehr, sehr enges Miteinander.“

fcbayern.de: Alle, die Pep Guardiola bei der Arbeit erleben, schwärmen von ihm. Was ist das Besondere an ihm?
Sammer: „Er ist ein genialer Trainer. Er lebt und liebt diesen Fußball und er möchte ihn mit seinen Gedanken beeinflussen. Er will den Ball und, wenn wir den Ball nicht haben, will er ihn so schnell wie möglich zurück. Das ist seine Idee. Das Positionsspiel so anzuordnen, dass bei Ballbesitz die individuelle Qualität der Spieler freigelassen wird, und bei Ballverlust ebenso perfekt organisiert zu sein - das ist seine Leidenschaft. Die lebt er Tag und Nacht.“

fcbayern.de: Inwiefern hat er seine Idee vom Fußball, die er aus Barcelona mitbrachte, beim FC Bayern modifiziert?
Sammer: „Er versucht natürlich, die Stärken der Spieler in seinen Fußball zu integrieren. Deswegen hat er auch Zeit gebraucht, um zu erkennen: Das möchte ich und das sind die Voraussetzungen. Das miteinander zu verbinden, ist ihm wunderbar gelungen. Das ist seine große Leistung.“

fcbayern.de: Große Verletzungssorgen haben den Verein in dieser Saison geplagt. Wie ist der aktuelle Stand bei den fehlenden Spielern?
Sammer: „Holger Badstuber ist schon wieder sehr weit, ich gehe davon aus, dass er Anfang Januar wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann. Bei David Alaba kann es vielleicht noch ein paar Tage länger dauern, er wird im Laufe des Trainingslagers relativ schnell wieder integriert werden. Ähnlich sehe ich das auch bei Tom Starke. Bei Philipp Lahm ist der Zeitplan so angelegt, dass er Mitte bis Ende Februar wieder dabei sein könnte. Im Fall von Javi Martínez und Thiago will ich keine Prognose abgeben, da lassen wir uns alle Zeit der Welt, denn das Wichtigste ist, dass die Spieler gesund werden.“

fcbayern.de: Werden alle Spieler im Trainingslager in Katar dabei sein?
Sammer: „Lahm und Thiago werden nicht ins Trainingslager mitfahren. Bei Javi Martínez ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen, das werden wir Anfang des Jahres sehen. Alle anderen fahren mit.“

Das Interview führten: Niko Heindl und Carsten Zimmermann

Teil II des Interviews lesen sie am 29. Dezember auf fcbayern.de

large_shadow_up