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Herzlichen Glückwunsch! - 10.09.2010

Franz Beckenbauer wird 65

Vor fünf Jahren, als er 60 wurde, ließ Franz Beckenbauer einen wahren Feiermarathon über sich ergehen. Das ZDF sendete eine große Geburtstagsgala, der Freistaat Bayern, die Stadt München, die FIFA und natürlich der FC Bayern ließen den Jubilar in zahlreichen Festakten hochleben.

Diesmal lässt es der „Kaiser“ ruhiger angehen - wobei die 69.000 Fans in der Allianz Arena sicherlich nicht gerade ein kleiner Rahmen für eine Geburtstagsfeier sind. Am Samstag wird Beckenbauer 65 Jahre alt und etwa zehn Minuten vor dem Anstoß des Bundesligaspiels gegen Werder Bremen wird er auf dem Rasen der Allianz Arena vom Vorstand des FC Bayern geehrt werden.

Franz Beckenbauer - des Kaisers Karriere im Video: DSL 1 | DSL 2

Dabei ist dem „Geburtstagskind“ gar nicht so nach feiern zumute. „Na, 65 ist kein Alter“, sagte er mit Blick auf seinen nahenden Ehrentag. Bestenfalls „halbrund“ sei dieser Geburtstag, bei dem er es sich auch nicht nehmen lässt, als TV-Experte im Stadion zu arbeiten. Eine große eigene Party werde es erst nächstes Jahr geben, denn „mit 66 fängt ja das Leben erst an. Der 66., der wird groß gefeiert - wenn ich da noch leb'.“

Unter anderem mit Golf und Wandern hält sich Beckenbauer fit, Fußball spielen kann er „schon seit 20 Jahren nicht mehr“. Wegen der Gelenke. „Früher waren 65-Jährige alte Männer mit dicken Bäuchen. Das hat sich doch total geändert“, meinte der „Kaiser“, der sich „nicht viel anders als mit 50 oder 60“ fühlt. „Ich hatte noch nie Probleme mit runden Geburtstagen. Nur könnte der Zug jetzt etwas langsamer fahren. Aber das tut er leider nicht.“

Deswegen nimmt sich Beckenbauer seinen 65. zum Anlass, selbst auf die Bremse zu treten. „Ich werde meine Aufgaben national und international drastisch reduzieren“, kündigte der Ehrenpräsident des FC Bayern an. „Ich habe das Recht, in ein Rentenalter zu treten und weniger zu tun. Ich habe eine Familie mit zwei Kindern, die ich nicht versäumen möchte. Nicht dass da plötzlich wie bei meiner ersten Ehe drei Kinder sind, so groß wie ich, und ich fragen musste, wo kommt ihr auf einmal eigentlich her, weil ich keine Zeit hatte.“

Seine Zeit opferte Beckenbauer bisher vor allem dem Fußball. Die berühmte Watsch’n eines 1860-Spielers brachte ihn einst zum FC Bayern. Hier legte der Sohn eines Postbeamten aus Giesing eine Weltkarriere als Spieler hin, gewann, auch mit der deutschen Nationalmannschaft, praktisch alles, was es zu gewinnen gab. „Er strahlte aus: Versucht es erst gar nicht. Es ist Zeitverschwendung, gegen mich anzutreten“, beschrieb der englische Weltmeister Sir Bobby Charlton den Stil des Liberos aller Liberos.

Den Erfolgen als Spieler folgten fast nahtlos die Siege als Trainer. Neben dem Brasilianer Mario Zagallo ist Beckenbauer der einzige, der dem WM-Titel als Kicker den als Trainer hinzufügte. 1990 in Italien führte er das DFB-Team zum Triumph. Auch beim FC Bayern saß er später noch erfolgreich auf der Trainerbank. Als Präsident, Aufsichtsratsvorsitzender und inzwischen Ehrenpräsident hat er „seinen“ FC Bayern auch als Funktionär mitgeprägt und prägt ihn bis heute. „Franz Beckenbauer war und ist die größte Persönlichkeit, die dieser Verein je hatte. Unser Klub hat ihm viel zu verdanken“, sagte Karl-Heinz Rummenigge.

Längst ist Beckenbauer auch als Funktionär für DFB und FIFA ein gefragter Mann. Dass die Fußball-WM 2006 in Deutschland stattfand, ist vor allem seinem Engagement zu verdanken. „Der Franz Beckenbauer ist das größte Glück des deutschen Fußballs“, sagte Günter Netzer kürzlich, „es gab keinen Besseren vor ihm und es wird auch kein Besserer nachkommen. Er hat in verschiedenen Phasen seines Lebens so viel Positives für den deutschen Fußball geleistet wie kein anderer das jemals können wird.“

Unzählige Ehrungen aus Bayern, Deutschland und der ganzen Welt sind dem „Kaiser“ schon zuteil geworden. „Ich bin auch manchmal ausgezeichnet worden, obwohl ich nicht wusste warum“, erzählte Beckenbauer mit seiner typischen Leichtigkeit. Doch jetzt will er „mein Leben etwas aufräumen“, wie er betonte, „seit 45 Jahren zerrt jeder an mir rum, jeder will etwas von mir. Und ich kann so schlecht Nein sagen. Jetzt ist es Zeit, dass ich meine Ämter und meine Verpflichtungen ein wenig ordne.“

Die Familie rückt in den Vordergrund. Und deswegen beschäftigt den „Kaiser“ im Moment weniger sein Geburtstag, sondern vielmehr die Einschulung seines sechs Jahre alten Töchterchens Francesca in der kommenden Woche. „Was glauben Sie, was bei uns zu Hause für eine Aufregung herrscht“, sagte er. Solche Momente will Beckenbauer vermehrt genießen. Doch ganz wird sich der „Kaiser“ natürlich nicht zurückziehen. Der Bayerische Rundfunk kündigte an, ihm in der Mundart-Serie „Dahoam is Dahoam“ einen Gastauftritt anzubieten. Beckenbauer ließ offen, ob er das Angebot annimmt: „Schaun mer mal.“

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